Lehm oder Kalk an die Wand? Oder beides?
Wann man welchen Naturbaustoff verwenden sollte
Lehm und Kalk – zwei traditionelle Naturbaustoffe, die in der Wandgestaltung ganz hoch im Kurs stehen. Wofür man sich entscheidet, ist zum einen eine Frage der persönlichen Vorliebe. Doch für beide gibt es je nach Einsatzzweck und individuellen Gegebenheiten auch sachliche Argumente.
Grundsätzlich tun beide dem Raumklima gut, sind geruchsneutralisierend und antistatisch. Dennoch sollte man sich vor der Entscheidung fragen, was man mit seiner Wandbeschichtung in erster Linie erreichen will.
Wem Schimmelprävention wichtig ist, ist mit Naturkalkfarbe- oder putz besser beraten. Hier ist das über Jahrmillionen durch Ablagerung von Kleinstlebewesen wie Mikroorganismen, Muscheln, Ammoniten, Schnecken oder Korallen entstandene Material unschlagbar. Kalk wirkt stark feuchteregulierend und ist mit seinem hohen pH-Wert von bis zu 13 ein echter Schimmelkiller. Er ist auch fürs Badezimmer uneingeschränkt geeignet, weil ihm Spritzwasser nichts ausmacht. Mit Kalk gestaltete Wände sind aufgrund der Härte des Materials sehr stoßfest und auch an der Fassade anwendbar, wo zudem die Bildung von Algen weitgehend verhindert wird.
Der weichere Lehm ist ein Verwitterungsprodukt der Natur, bestehend aus Sanden, Schluff und Ton. Er hält die Luftfeuchtigkeit im Raum im empfohlenen Bereich von 40-60 %. Auch im Badezimmer ist Lehm einsetzbar, allerdings nur außerhalb des Spritzwasserbereichs, da er durch den hohen organischen Anteil und Zuschlagstoffe wie Stroh oder Schilf bei direktem Kontakt mit Feuchtigkeit anfällig für Schimmel ist. Wichtig: Bei der Verarbeitung bzw. während der Trocknungszeiten auf ausreichende Belüftung achten. Vorteil: Lehm lässt sich wegen des weitaus geringeren Energiebedarfs CO2-ärmer herstellen.
Wer die goldene Mitte bevorzugt, kann die von Haga neu entwickelten Lehm-Kalk-Systeme in Form von streichfertiger Farbe, Streichputz und -grundputz verwenden. Sie vereinen die Stärken beider Naturbaustoffe, wie die Fähigkeit des Lehms, die Raumluftfeuchtigkeit zu regulieren. Der Kalkzusatz macht den Anstrich fester und widerstandsfähiger. Er trägt dazu bei, dass sich an der Oberfläche kein Kondensat bildet und reduziert so auch das Schimmelrisiko.
Gestalterisch lassen alle drei Varianten – durch den Zusatz von natürlichen Pigmenten auch farblich – keine Wünsche offen. Im Zweifelsfall kann man sich beim örtlichen Naturbaustoffhandel beraten lassen.
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